Vielfalt der Wege

Unser gemeinsamer Bezugspunkt liegt in der Vision von der „Einheit in der Verschiedenheit“. In Treue zum spirituellen Weg unserer jeweiligen Kultur und Religion folgen wir der Sehnsucht, unser Leben und Wirken in Resonanz zum tiefsten Geheimnis unserer Einheit zu gestalten.

Christus spricht: „Es gibt viele Gaben und Lebensgnaden, sowohl geistlicher wie leiblicher Art. Letztere habe ich so unterschiedlich verteilt und nicht gesamthaft vergeben, damit ihr gezwungen seid, euch gegenseitig Liebe zu erweisen. Ich hätte sehr wohl den Menschen samt dem, was er für Leib und Seele braucht, erschaffen können, wollte aber, dass der eine auf den anderen angewiesen sei.“ (Katharina von Siena)

„Wenn Gott gewollt hätte, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber er teilte euch in verschiedene Gemeinschaften auf und wollte euch so in dem, was er jeder Gruppe von der Offenbarung gegeben hat, auf die Probe stellen. Wetteifert nun nach den guten Dingen.“ (aus dem Koran, Sura 5,48)

Universaler Christus
„Der Kosmos ist Gottes geheimnisvoller, mystischer, noch im Werden begriffener Leib.“ P. Teilhard de Chardin
„Der Kosmos ist Gottes geheimnisvoller, mystischer, noch im Werden begriffener Leib.“                            P. Teilhard de Chardin

Im Zentrum unserer Vision von der „Einheit in der Verschiedenheit“ steht für unsere christlichen Mitglieder der „Universale Christus“ (Pierre Teilhard de Chardin).
Christus ist für uns Herz des Kosmos und Mitte des Lebens im Dreifaltigen Gott. Er begegnet uns in seiner kosmischen, geschichtlichen und eucharistischen Dimension und in seinem mystischen Leib, der die ganze Schöpfung umfasst.

  • Alles ist durch IHN geworden: der kosmische Christus ist die Urkraft aller Evolution.
  • In Jesus von Nazareth, dem geschichtlichen Christus, ist Gott Mensch geworden.
  • Der eucharistische Christus schenkt sich uns in Brot und Wein und nimmt uns hinein in den Prozess der fortwährenden Wandlung und Entfaltung seiner ganzen Schöpfung.

„In IHM bewegen wir uns, leben wir und sind wir“ (APG 17,28)
„Auf IHN hin ist alles geschaffen“ (Kol 1,16)

Was sich für unsere christlichen Mitglieder im „Universalen Christus“ als dem Ursprung und Ziel unseres ganzen Seins verdichtet, findet für die Mitglieder anderer Religionen seinen gleichwertigen Ausdruck in der Sprache ihrer je eigenen Tradition.