Stellungnahme zu den gewaltsamen Ausschreitungen in Israel und Palästina

Der Interreligiöse Think-Tank ist erschüttert und schockiert über die eskalierende  Gewalt, die sich in diesen Tagen im besetzten Ostjerusalem, in Israel und dem Gazastreifen abspielt. …

Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen der Verstorbenen und bei den Verletzten und ihren Familien und bei allen Zivilisten, die in diesem Konflikt um ihre Sicherheit an Leib und Leben fürchten.

Wir sind in tiefer Sorge darüber, wie einmal mehr die unsägliche Verknüpfung religiöser und nationalistischer Ideen in Extremis dazu führt, die Lage in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten eskalieren zu lassen, was eine Lösung des Konfliktes zunehmend erschwert. Die weitere Eskalation und Ausweitung des Konflikts in der Region, aber auch in die europäischen Gesellschaften ist mit aller Kraft zu begegnen. Es ist zu befürchten, dass die aktuellen Ereignisse gegenseitigen Hass und Misstrauen auch hierzulande befeuern, was sich sowohl in antijüdischen und antiisraelischen wie auch in antiarabischen und antimuslimischen Ressentiments äussert und insbesondere die jüdisch-muslimischen Beziehungen empfindlich belastet. Es besteht die Gefahr, dass solche Ressentiments in konkrete Taten umschlagen, was verheerend wäre. Der Dialog zwischen den abrahamitischen Religionen muss intensiviert werden, um einer gesellschaftlichen Spaltung in ein verhärtetes Pro- und Contra-Lager entgegenzuwirken. Den Medien kommt hierbei grosse Verantwortung zu. Sie sollen besonders ausgewogen und fundiert berichten, die Gründe für die derzeitige Eskalation kritisch analysieren und nicht einseitig das Narrativ einer Seite übernehmen und bedienen.

Wie rufen alle Seiten dazu auf, durch Besonnenheit und dem Einhalten des Rechts zur Deeskalation beizutragen und nicht aufzuhören, auf einen gerechten Frieden und eine harmonische Koexistenz aller Religionsgemeinschaften, Völker und Ethnien hinzuarbeiten.

Basel, 12. Mai 2021

Bemerkung: Der Interreligiöse Think-Tank hat zur Zeit bedauerlicherweise kein jüdisches Mitglied. Diese Stellungnahme wurde entsprechend aus christlich-muslimischer Perspektive verfasst.

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