Spiritueller Impuls – Auferstehung

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Ostern, das Fest der Auferstehung – die christliche Botschaft schlechthin, für viele Menschen aber nicht mehr verständlich. Sie erleben Auferstehung von neuem Leben am ehesten im Frühlingsfest der Natur, … im frischen Grün und leuchtenden Blüten. Die Natur lebt im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen. Vor jeder Auferstehung steht ein Tod, und jeder Tod ist Wurzel und Humus für neues Leben.

Aber kann uns das trösten, wenn wir selbst sterben müssen, und darf uns das trösten, wenn Millionen Menschen grausam sterben in Katastrophen oder in Kriegen?Dennoch dienen Bilder aus der Natur immer wieder als Gleichnis für eine tiefe menschliche Wahrheit. Wenn Jesus sagt, dass das Weizenkorn in die Erde muss, um Frucht zu bringen, dann wissen wir, dass dies stimmt: auch in uns muss immer wieder etwas sterben, damit neues Leben wachsen kann. Schon für unseren Lebensweg gilt, dass wir eine neue Entwicklungsstufe nur erreichen können, wenn wir vorhergehende Stufen verlassen.

In jedem Leben gibt es Krisen und Umbrüche, die oft mit großer Angst und Schmerzen verbunden sind. Wir sehen kein Licht mehr vor uns, hadern, verzweifeln. Und dennoch, am tiefsten Punkt, können wir manchmal eine wirklich wunderbare Wandlung erleben. Wir entdecken ganz neu, was „Leben“ bedeuten kann, vielleicht finden wir erst jetzt zu unserem wahren Ich. Eine neue tiefe Freude erfüllt uns, innerer Friede und innere Weite. Wir werden freier von manchen Dingen, Sorgen, Ängsten, und wir entdecken, dass wir das „Leben“ nicht im außen finden, sondern dass es immer schon in uns wohnt.

Auch der Weg von Jesus führte durch solches Sterben und Auferstehen, von der Wüste, der Taufe bis zum Kreuz und der Auferweckung. Und indem wir selbst diesen Weg gehen, können wir hineinwachsen in ein Vertrauen, aus dem heraus wir glauben: Tod und Leben sind nur zwei Seiten des einen „Großen Lebens“, das wir Gott nennen. Gott ist in allem und wir in Gott, in ihm gibt es keine Trennung von Diesseits und Jenseits, und in unserem Sterben werden wir verwandelt in eine neue Gestalt des Lebens, die für uns noch völlig unbegreifbar ist.

Das Geheimnis von Sterben und Auferstehen können wir also auf immer neuen Ebenen erfahren, bis hin zu einer tiefen religiösen Gewissheit, dass wir leben aus Gott und sterben in Gott, wie der Apostel Paulus es schreibt. Und so können wir auch das Geheimnis von Ostern immer neu und tiefer entdecken und feiern.

Angelika Sylla, ktw

1 Kommentar
  1. Elisabeth Billeter
    Elisabeth Billeter sagte:

    Liebe Angelika,
    vor über 20 Jahren habe ich einen Diavortrag für einen Seniorennachmittag vorbereitet, indem ich die Verwandlungen von Eiskristallen mit unserem Leben in Verbindung brachte und auf Leben und Sterben einging. In der Natur ist alles ein Werden und Vergehen. Wir brauchen nicht Christen zu sein, um dies zu erfahren , die Natur lehrt uns dies. Mein Vortrag hat viele alte Menschen begeistert und beglückt. Falls Ihr Interesse daran habt, kann ich ihn gerne einmal zeigen. Es freut mich immer, wenn ich den Menschen neue Impulse geben kann, sie zu lehren, die Natur mit offenen Augen, einem offenen Herz und Geist neu zu sehen.

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